Kürzere Entwicklungszeiten, gute Qualität und die Einhaltung von Zielkosten sind wichtig – helfen aber nicht, wenn ein Produkt am Markt vorbei entwickelt wird. Systems Engineering legt daher großen Wert darauf, die Bedarfe der Kunden gut zu verstehen. Aber wie kann das gelingen, wenn der Kunde gar nicht weiß was er will? Hier ist kreatives Denken gefragt. Kreativräume wie das IdeenTriebwerk helfen dabei.

Kunden verstehen reicht nicht immer

Systems Engineering (SE) hilft erfolgreich technische Systeme zu realisieren. Nach ISO/IEC/IEEE 24765:2010 umfasst SE alle technischen und Management-Tätigkeiten um einen Satz von Kundenbedarfen, -erwartungen und Einschränkungen zu einer Lösung zu transformieren. Um erfolgreiche Produkte zu entwickeln benötigen IngenieurInnen demnach den richtigen Input. Die Nutzung von User Stories und Use Cases hilft, diesen Input zu verfeinern und zu hinterfragen.

In manchen Projekten können Erwartungen und Bedarfe direkt mit dem Kunden geklärt werden, oft ist dies jedoch nicht möglich: Wer vor 2008 Handynutzer befragt hat, um zu erfahren wie das ideale mobile Telefon aussieht, hat von Wünschen zur Verbesserung von Tastenhandys erfahren. Dennoch hatte das erste Apple iPhone nicht nur Erfolg – es war der Anfang vom Ende klassischer Handys.

Bild 1: Für Workshops, Hackathons, Makeathons oder ähnliche Formate ist das IdeenTriebwerk die ideale Umgebung.
Foto: © Fraunhofer IEM
Zusammenspiel von Kreativität und ingenieursmäßigem Vorgehen

In der Industrie treiben Marketing und Strategiebereiche oft hohen Aufwand, um Kundenbedarfe zu verstehen. Marktstudien, Befragungen und Testkunden sind typische Ansätze, ebenso wie das Sammeln von Rückmeldungen aus dem Feld. Um auf gänzlich neue Ideen zu kommen und diese schnell zu evaluieren sind aber kreative Ansätze gefragt: Design Thinking, Lego Serious Play oder Wettbewerbe wie Hackathons oder Makeathons haben sich als wahre Ideenschmiede erwiesen. Um die Möglichkeiten voll auszuschöpfen sind dabei neben der guten Moderation und Vorbereitung zwei Punkte besonders wichtig: Erstens muss der Teilnehmerkreis gut gewählt sein, eine strikte Trennung von „Kreativen Köpfen“ und „Umsetzern“ ist oft nicht sinnvoll, da Systems Engineers in den genannten Formaten viele wertvolle Informationen für die spätere Umsetzung sammeln können. Innovationsmanagement und Systems Engineering sollten daher als ein durchgängiger Prozess verstanden werden. Zweitens ist die Umgebung für die genannten Formate wichtig.

Kreativ werden mit der richtigen Infrastruktur

Die richtige Umgebung lässt Kreativität nicht nur zu, sondern fördert sie aktiv. Im IdeenTriebwerk des Fraunhofer IEM können vielfältige kreative Formate umgesetzt werden, von Key Notes über Ideation-Workshops bis hin zur prototypischen Umsetzung mit physischen Mock-Ups. Systems Engineering und der vorgelagerte Strategie- und Ideenprozess können mit Hilfe geeigneter Denkweisen, Formate und Infrastruktur zu einem durchgängigen Prozess integriert werden.

Engineering Innovation System

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Autor*in des Beitrags: Lukas Bretz Fraunhofer IEM
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